GB und DE gehen gemeinsam im iGaming – spielbank.com.de

Im Vorfeld der ICE 2024 beleuchten wir die bedeutendsten Entwicklungen im iGaming-Sektor seit der ICE London 2023. Dazu gehören die Überarbeitung des britischen Glücksspielgesetzes und die Einführung eines neuen deutschen Glücksspielregulators. Beide Länder zeigen dabei einige Parallelen auf.

Neuerungen im britischen Glücksspielgesetz

Im April dieses Jahres markierte die Veröffentlichung des Weißbuchs zur Überarbeitung des britischen Glücksspielgesetzes von 2005 einen Wendepunkt für die iGaming-Industrie. Nach mehrfachen Verzögerungen, drei Premierministern, fünf Kulturministern und sechs Glücksspielministern kam das finale Dokument eher unspektakulär daher. Viele der darin enthaltenen Maßnahmen waren von der Branche bereits antizipiert worden und brachten somit wenige Überraschungen.

Das Weißbuch zielt darauf ab, die „analoge Gesetzgebung für das digitale Zeitalter“ zu ersetzen, und setzt dabei auf eine Reihe von Konsultationen, um die vorgeschlagenen Maßnahmen zu konkretisieren. Dies könnte jedoch zu komplexen Verhandlungen führen, insbesondere im Hinblick auf die Einführung von Einsatzlimits in Slot Casinos.

Einsatzlimits in der Kritik

Die Einsatzlimits für Online-Slots könnte unterschiedlich ausgestaltet werden, im Laufe des vergangenen Jahres lag die Bandbreite von Optionen zwischen zwei bis 15 Pfund pro Drehung. Die Regierung strebt ein einheitliches Limit an, statt eines gestaffelten oder intelligenten Limits, basierend auf der Spieleraktivität, da dies schneller umsetzbar wäre. Besonders hervorgehoben wird die Zielgruppe der 18- bis 24-Jährigen, die als besonders gefährdet gilt. Für diese Spielergruppe werden drei Optionen in Betracht gezogen: ein Limit von zwei bis vier Pfund, zusätzliche Sorgfaltspflichten für diese Altersgruppe oder kein spezielles Limit.

Die Entscheidung hierüber könnte weitreichende Auswirkungen auf die Branche haben, da die Regierungsschätzungen eine mögliche Reduzierung des Bruttospielertrags zwischen 16,1 Millionen Pfund (bei einem Limit von 15 Pfund und ohne zusätzliche Kontrollen für Unter-25-Jährige) und 413,5 Millionen Pfund (bei einem einheitlichen Limit von 2 Pfund) prognostizieren. Diese Maßnahmen würden auch erhebliche Kosten für die Betreiber mit sich bringen, die zwischen fünf und zehn Millionen Pfund pro Unternehmen liegen könnten.

Die deutsche Glücksspielregulierung und ihre Folgen

2023 war ein entscheidendes Jahr für die deutsche Glücksspielbranche, da die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die vollständige Kontrolle über den regulierten Sportwetten- und iGaming-Markt in Deutschland übernahm. Diese neue Regulierungsbehörde sah sich jedoch schnell mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Einer der Hauptpunkte war die Besteuerung von Slots und Online-Poker mit 5,3 Prozent, während für Slots ein Einsatzlimit von einem Euro pro Drehung festgelegt wurde.

Bereits im März zeigten sich erste Risse im System, als der Deutsche Sportwettenverband vor einem Anstieg der Schwarzmarktaktivitäten warnte. Eine Studie im Februar ergab, dass Spieler Zugang zu 840 illegalen Websites hatten und bei 723 von 1.500 bewerteten Websites ein Konto eröffnen konnten.

GGL und Sportwettenverband geraten aneinander

Die Spannungen zwischen der deutschen Glücksspielregulierungsbehörde und dem Deutschen Sportwettenverband verschärften sich, insbesondere nachdem die Behörde behauptete, dass 95 Prozent der Einsätze über legale Websites getätigt wurden. Diese Zahl basierte auf Schätzungen zur Größe des deutschen Schwarzmarktes, die zwischen 300 und 500 Millionen Euro liegen. Branchenakteure vermuten jedoch, dass diese Zahl deutlich höher sein könnte. Die Auswirkungen dieser Regulierung wurden durch Aussagen des CEO von Rootz, Sam Brown, auf der Bundeskonferenz zum Glücksspielwesen im Oktober verdeutlicht.

Brown berichtete, dass die durchschnittlichen Einzahlungen der Spieler vor der Toleranzperiode im Vorfeld der Umsetzung des Staatsvertrags bei etwa 350 Euro in Mobilen Online Casinos lagen, mit einem Bruttoertrag pro Spieler von rund 141 Euro. Bis August 2023 fielen die durchschnittlichen Einzahlungen jedoch um 80 Prozent auf 150 Euro, während der Bruttoertrag pro Spieler auf 73 Euro halbierte.

Abschließende Bewertung und Ausblick auf die ICE 2024

Die Entwicklungen in Großbritannien und Deutschland bieten wichtige Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, die sich für die iGaming-Branche ergeben. Während die Branche weiterhin Innovationen und Wachstum anstrebt, wird die Bedeutung einer effektiven Regulierung, die sowohl die Interessen der Spieler als auch die der Betreiber berücksichtigt, immer deutlicher. Der ICE 2024 wird eine zentrale Plattform bieten, um diese Themen zu diskutieren und die neuesten Entwicklungen in der Branche zu präsentieren. Es wird erwartet, dass die Veranstaltung nicht nur die neuesten Trends und Technologien hervorhebt, sondern auch als Forum für den Austausch über regulatorische Best Practices und zukünftige Strategien dient.

Avi Fichtner Inhaber von spielbank.com.de

Avi Fichtner hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Aus dem Interesse an Casino Spielen und Poker entstand ein Startup, das heute ein erfolgreiches Unternehmen im Glücksspiel-Bereich ist. Avi und sein Team testen professionell Online Casino Anbieter und teilen ihre persönlichen Erfahrungen. Avi lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berlin und ist passionierter Taucher und Ausdauersportler. Mehr zu Avi.

Author: Kyle Ross